Darmkrebsvorsorge
Ende 2002 wurden die Richtlinien zur Darmkrebsvorsorge geändert. Der Grund dafür war, dass man die Sicherheit bei der Erkennung von Darmkrebs erhöhen wollte. Bei Anwendung der bisherigen Methoden allein (Austastung des Enddarmes, Test auf verborgenes Blut im Stuhl) können Darmkrebs-Gewächse, die nicht bluten, bei der Untersuchung nicht erkannt werden.
Aus diesem Grunde wird jetzt ab einem Alter von 55 Jahren eine komplette Dickdarmspiegelung (Koloskopie) empfohlen. Dabei wird der gesamte Dickdarm, der eine Länge von etwa 1,50 Meter hat, mit einem Endoskop (ein biegsamer Schlauch mit einem optischen System) untersucht. Dabei kann mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit ein Dickdarmkrebs ausgeschlossen bzw. nachgewiesen werden. Bei unauffälligem Befund hat man die Sicherheit, dass in den nächsten Jahren kein Darmkrebs entstehen wird. Nach 10 Jahren kann dann eine zweite vorsorgliche Spiegelung erfolgen. Sollten Vorstufen von Krebsgewächsen, so genannte Polypen, entdeckt werden, können diese sofort entfernt werden. Sollte man tatsächlich ein Krebsgewächs entdecken, können weitere Schritte eingeleitet werden. Bei frühzeitiger Erkennung ist Dickdarmkrebs heilbar!
Sollte eine vorsorgliche Dickdarmspiegelung nicht gewünscht werden, kann ab 55 Jahren alle 2 Jahre ein Test auf verborgenes Blut im Stuhl durchgeführt werden.
Für jüngere Patienten zwischen 50 und 54 Jahren wird die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl jährlich empfohlen. Unter 50 Jahren wird ohne Verdacht keine Untersuchung auf Blut im Stuhl durchgeführt.
Über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden muss im ärztlichen Gespräch ausführlich beraten werden; zusätzlich erhalten Sie dazu ein Merkblatt.
Letzte Änderung am Donnerstag, 12. April 2012
